Frittata mit Herbsttrompeten und schwarzen Reisnudeln

Frittata_mit_Herbsttrompeten

Gerade ist allerschönstes Winterwetter in Berlin, alles ist weiß – und ich habe für unser heutiges Abendessen schwarz gekocht, jedenfalls ein bisschen. Ich bin nämlich auf einen herrlichen Pilz gestoßen, die rabenschwarze Herbsttrompete, die auch als Totentrompete bekannt ist. Ich habe das einfach mal nicht als schlechtes Omen betrachtet, zudem ein paar schwarze Reisnudeln dazu genommen – denn das Cookbook of Colours hat den schwarzen Dezember ausgerufen – und eine Frittata daraus gemacht. Mmmh…
 

Zutaten

Für eine Frittata, ausreichend für zwei Personen als Vorspeise oder eine als Hauptgericht:

10 g getrocknete Herbsttrompeten
3 Eier
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 EL Sahne
2 EL Parmesan
50 g schwarze Reisnudeln
1 EL Butter
4 EL + 1 TL Olivenöl
Salz und Pfeffer
 

Zubereitung

Die Herbsttrompeten für 10 Minuten in kaltes Wasser legen und abgießen. Danach sind sie weich genug, dass man sie der Länge nach halbieren kann (die Trichter dieser Pilze sind sehr lang und häufig sandig, das bekommt man sonst schwer raus). Unter fließendem Wasser abspülen und in einem Schälchen mit frischem Wasser gerade so bedecken. 2 Stunden darin ziehen lassen, wiederum abgießen und diesmal das Wasser auffangen (ist sehr aromatisch!). 100 ml davon abmessen und beiseite stellen.

Schalotten in mitteldicke und Knoblauch in feine Scheiben schneiden. Die gut abgetropften Pilze in feine Streifen schneiden und in 1 EL Butter und 1 EL Öl bei mittlerer Hitze anbraten, nach 5 Minuten Schalotten und Knoblauch zugeben und alles weitere 5 Minuten braten. Vom Pilzeinweich-Wasser 2 EL abnehmen und beiseite lassen, mit dem Rest die Pilmischung ablöschen und einköcheln lassen, bis alle Flüssigkeit verdampft ist. Salzen, pfeffern und kurz beiseite stellen, damit sie nicht mehr ganz heiß sind, wenn sie zu den Eiern gegeben werden, sonst gerinnt der Spaß.

Währenddessen die Nudeln nach Packungsanweisung in Salzwasser kochen (bei der Sorte, die ich verwende, sind das vier Minuten) und kalt abschrecken. Eigentlich soll man Nudeln ja nicht abschrecken, aber in diesem Fall halte ich mich daran, nachdem ich mich kürzlich darüber hinweg gesetzt habe – unvorstellbar, wie Reisnudeln kleben können. 1 TL Öl zugeben und ebenfalls kurz beiseite stellen.

Eier, Sahne, Parmesan und die beiden übrigen EL Pilz-Einweichwasser verquirlen und dezent mit Salz und Pfeffer würzen. Nudeln und Pilzmischung zugeben und alles gut vermengen. Die Pfanne, in der die Pilze gebraten wurden, kurz auswischen, 2 EL Olivenöl darin erwärmen, auf kleiner Flamme erwärmen. Die Frittata-Masse hineingeben, Deckel auflegen und stocken lassen, ca. 15 Minuten lang. Die Frittata ist gar, wenn die Oberfläche gestockt ist, aber nicht trocken aussieht. Manche wenden die Frittata ja nach der Hälfte der Garzeit. Ich tue das nicht, weil ich sie zum einen von nur einer Seite gebacken weit hübscher finde. Zum anderen wird sie so saftiger. Für die angegebene Menge ist übrigens eine kleine Pfanne ideal.

Frittata auf ein Holzbrett gleiten lassen, in Stücke schneiden und warm mit etwas Olivenöl beträufelt servieren. Oder kalt werden lassen und in Würfel schneiden – das ist sehr schick für ein Buffet. Der eine oder andere Gast wird dann vielleicht fragen, ob da Trüffeln in den Häppchen sind. Nicht umsonst nennt man die kleinen Trompeten in Frankreich unter anderem liebevoll truffes des pauvres.
 
Und jetzt ab damit hierher:

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors
 

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