Vegetarisches Weihnachts-Menü 2012

Bei HIGHFOODALITY hat man dazu aufgerufen, ein Weihnachts-Menü einzureichen, sozusagen die virtuelle Vorschau auf’s Fest. Die Idee finde ich toll, und da mache ich natürlich begeistert mit. Praktischerweise habe ich in den letzten Tagen ohnehin schon einiges für das echte, analoge Weihnachts-Essen für meine Familie probeweise gekocht (und gebloggt). Ergänzt um zwei ältere Beiträge kommt daher hier jetzt eine Zusammenfassung dessen, was meine diversen Tests auch bestanden hat.
Adieu sage ich zu den schokolierten Parmesan-Hohlhippen, die partout nicht crunchen wollten. Den herrlichsten Schiefgeher aber ergab mein Versuch, einen Aperitif zu kreieren (was beim Blog-Event so gewünscht wurde – also der Drink, nicht der Schiefgeher). Ich habe hierfür nämlich voller Vorfreude versucht, aus Wodka Eiswürfel zu machen. Das ist peinlich. Wo doch jeder weiß, dass man das Zeug notfalls als Frostschutzmittel nutzen kann. Und normalerweise weiß ich das auch, aber was ist schon normal im Advent.
Das Menü
Willkommens-Getränk

Auf diesem Feld fühle ich mich einer Meisterschaft mehr als fern, aber der gute Wille ist ja auch was wert. Gebloggt habe ich das nicht separat, daher hier die schnelle Beschreibung:
Aus 1 Teil Veilchen-Sirup und 3 Teilen Wasser kleine Eiswürfel herstellen, ganz ohne den oben erwähnten Wodka
. In hübsche, weite Likörgläser jeweils zwei, drei Würfel geben, darüber je einen Spritzer Limetten-Saft und – nun aber – 1 TL Wodka geben. Mit Prosecco auffüllen und mit je einer Limetten-Scheibe dekorieren.
Der Veilchen-Sirup gehört zu den Dingen, um die ich erst weiß, seit ich unter die Blogger gefallen bin. Das erste Mal davon gelesen habe ich in diesem Post über sehr lecker aussehende Veilchen-Tartes. Danke an die Charlotten-Bloggerin für die violette Inspiration!
Amuse-bouche

Zu Beginn gibt es eine Tempeh-Trüffel-Praline, für die sich Sauce und Pastinaken-Muß gut vorbereiten lassen. Der Rest ist dann ein bisschen frickelig, aber danach geht es unkomplizierter weiter.
Vorspeise

Lauwarmes Räuchertofu-Carpaccio mit Röstpaprika-Anis-Mousse und karamelisierten Maronen. Viele Komponenten darin kann man ebenfalls gut vorbereiten und vor dem Servieren dann mit wenig Zeitaufwand fertigstellen.
Zwischengang

Ein kleines cremig-säuerliches Crème-Fraîche-Sorbet mit Limette und Algen-Kaviar soll nun ein bisschen Erfrischung bringen. Lässt sich super vorbereiten, ist schick und macht den Gaumen munter.
Hauptgang

Es wird jetzt sehr weihnachtlich: Gefüllter Seitan mit Spekulatius-Kruste, dazu ein Preiselbeer-Balsamico-Confit und in Nuss-Muskatblüten-Butter geschwenkte violette Rosenkohlblätter. Eigentlich gedenke ich, dazu keine Knödel, Spätzle oder andere sättigende Beilage zu machen, damit das Menü auch zu schaffen ist. Aber seit ich tomatenblütes cremige Polenta und mittagsmuttis schwedische Kartöffelchen gesehen habe, muss ich da wohl noch mal drüber nachdenken.
Dessert


Das ist dieses Jahr ein Lebkuchen-Dessert mit Schoko-Portwein-Kirschen. Dazu gibt es – weil der Verdauung förderlich – gewürzten Mocca mit Kardamon, Zimt und einem Hauch Nelke mit etwas Milchschaum. Sollte das mit den schokolierten Käse-Hohlhippen zur Cumberland-Birne aber wider Erwarten doch noch was werden, dann wäre ich entzückt und würde meine Lieben damit überraschen.
Und weil alle Gänge klein gehalten sind, können alle allerlei probieren und trotzdem nach dem Essen noch Plätzchen und Pralinen verkosten. Hüstel. Ob tatsächlich alles so klappen wird in einem Rutsch, werde ich dann nach Weihnachten berichten. Nochmal hüstel. Vorher aber reiche ich das jetzt alles mal freudig hier ein:















Ich sage an Weihnachten alles ab und setzt mich an deinen Tisch! Wirklich klasse und sehr kreativ. Kann ich irgendwie abstimmen, oder wie läuft das mit dem Blog-Event?
Du bist ja süß, danke Dir! Ich koche das alles nicht in Berlin und sehe mich schon vor meinem geistigen Auge am 24. über den Markt und durch die Geschäfte meiner alten Heimatstadt laufen auf der Jagd nach lila Rosenkohl, Trüffeln, Veilchen-Sirup… Das wird ein Spaß
. Was gibt’s denn bei Dir zu Weihnachten?
Ich weiß nicht, wie Uwe das mit dem Weihnachts-Menü-Event halten wird, also ob es eine Abstimmung geben wird wie beim Cookbook of Colours. Gute Frage!
Ich fürchte, du musst Rosenkohl mitnehmen. Veilchensirup kriegt man wo? Oder muss man den selber köcheln? Ich hätten den auch gerne. Weihnachten sind wir in meiner Heimatstadt und Heiligabend gibt es einfach Fondue. Da haben auch die Kinder Spass dran. Dann Reh oder so. Meine Mutter plant das. Ich bin dann nur Zaungast. (Obwohl ich mich kenne, und alle vom Herd wegbeißen werde.) Meistens stehen wir stundenlang weintrinkend herum und schmecken Sauce ab. Alles sehr gemütlich …
Ah, ich lese grade, dass ausgelost wird. Da wünsche ich dir viel Glück!
Danke
!
Mmmh, Fondue. Eine tolle Sache an Weihnachten! Und zusammen Wein trinkend Sauce abschmecken auch, herrlich – das sind so kleine Weihnachtsrituale, die mindestens so wichtig sind, wie das alles dann auch am Tisch zu essen.
Ach, und Veilchen-Sirup kann man bestimmt selbst macht, aber das stelle ich mir höchst filigran vor. Kann man aber auch ganz normal kaufen, in gut sortierten Supermärkten in der Kaffee-Sirup-Ecke oder auch im Internet.
Ein tolles Menü!!! Ich würde auch jederzeit meine Stimme für dich abgeben!!!
Veilchensirup…. hier gibts ein tolles Rezept!
http://diekuechenschabe.blogspot.de/2012/04/was-fur-eine-farbe.html
Dankeschön! Das freut mich
.
Und danke für den Link zu dem tollen Sirup-Rezept. Jetzt muss nur noch im nächsten Frühling rund um Berlin ein geheimes Veilchen-Sammelplätzchen gefunden werden.
Aus Berlin…meine Sehnsuchtsstadt!! Bin da wirklich oft und immer ganz entzückt.
Das ist ja toll, dass Dir Berlin so gut gefällt! Wenn Du Dich hier auch gut auskennst, können wir ja mal Foody-Tipps austauschen
. Eine meiner Sehnsuchts-Städte wiederum ist Wien… Da kann ich nicht genug von bekommen.
Vielen lieben Dank für Deine EInreichung! Besonders beim Amuse Bouche wird mir ganz warm!
Gern, das hat Spaß gemacht – und freut mich, dass Dir das Amuse Bouche besonders gefällt. Umgekehrt lieben Dank, dass Du dieses (und ja auch so viele andere) schöne Event ausrichtest!